Ein rundes Paradies mitten im Atlantik: Gran Canaria

Nur um die vier bis fünf Flugstunden von Deutschland entfernt, finden sonnenhungrige Urlauber auf Saharahöhe mitten im Atlantik immer angenehme frühlingshafte bis frühsommerliche Temperaturen vor, immer umgeben von leichten Brisen, aber manchmal auch von heftigen Winden aus der Sahara. Und dann die faszinierende, vielfältige Landschaft Gran Canarias mit dem Kontrast� aus bunter Mittelmeerflora und sensationeller Sandwüstenkulisse.

Der Urlauber-Ansturm auf Gran Canaria ist gewaltig. Jährlich kommen etwa zwei bis drei Millionen Besucher, darunter mehr als 800.000 Deutsche, um die Faszination dieser fast kreisrunden Insel hautnah zu erleben, Faszination auf der drittgrößten Insel des kanarischen Archipels. Schon alleine der Name der Insel ruft bei vielen Urlaubern Assoziationen hervor: Highlife rund um die Uhr, Hotel- und Apartmentburgen, aber herrliche Sandstrände, unzählige Restaurants, Kneipen, Bars und Diskotheken – ein bisschen Ballermann. Stimmt das? Natürlich nicht!


Das Inselinnere

95 Prozent des Tourismus spielt sich in den Touristengebieten, an den Stränden und an den Buchten der Südküste ab. Und der Kontrast: Vom Ferientrubel fast unberührt, das unglaubliche Inselinnere. Lebendiger Beweis des vulkanischen Ursprungs von Gran Canaria. Tief eingeschnitten Schluchten, die Barrancos, imposante Vulkankrater, die Calderas, und deren zerklüftete, bizarre Wände, die als als unglaubliche Gesteinsformationen aufragen. Diese dunkle Basalt-Landschaft gehört zu den Höhepunkten einer jeden Inselrundfahrt. Sehen muss man unbedingt den „Roque Nublo“ mit seinen etwa 1800 Metern oder den in der Nähe liegenden „Roque Bentayga“ mit über 1400 Metern. Für die Ureinwohner waren es heilige Berge, die von ihnen verehrt wurden. Der höchste Berg Gran Canarias ist der breite „Pozo de las Nieves“ mit fast 1950 Metern, dem die Natur keinen Gipfel geschenkt hat. Und in seiner unmittelbaren Umgebung entdeckt man herrliche Bergterrassen und Täler, in denen Ackerbau und Viehzucht das Bild der Landschaft prägen. Hier ist der Gemüsekeller Gran Canarias: wohlschmeckendes Gemüse und in der Sonne gereiftes Obst gedeihen hier perfekt – und hier ist die Heimat der kanarischen Tomaten.


Las Palmas – die Capitale

Las Palmas, einst wichtigster Hafen für Schiffsreisen nach Afrika, Nord- und Südamerika und umgekehrt nach Europa, ist die lebenslustige Hauptstadt der Autonomen Provinz Gran Canaria, zu der verwaltungsmäßig die Inseln Lanzarote und Fuerteventura gehören. In keiner anderen spanischen Stadt leben so viele� Menschen unterschiedlichster Nationen. Las Palmas, das ist Multikulti wie aus dem Bilderbuch, denn Konflikte, wie man sie in Deutschland kennt, gibt es hier nicht. Die Ursprünge für diese Völkergemeinschaft liegen jedoch nicht nur in der Neuzeit, es waren vor allem Menschen aus den früher bedeutenden Seefahrer-Nationen und auch Sklaven, die sich in Las Palmas niedergelassen haben. Etwa die Hälfte sämtlicher gemeldeter Einwohner Gran Canarias leben heute in der Hauptstadt, es sollen 400.000 sein. Neben der wirtschaftlichen Bedeutung, hat sich Las Palmas auch zu einer Kulturstadt entwickelt: Theater, Konzerte, Museen und Galerien dominieren das kulturelle Angebot, und das zwölf Monate im Jahr.


Nachfahren der Ureinwohner haben noch heute blonde Haare

Man kann ihnen noch begegnen, den „Urmenschen“, den „Grancanarios“, und zwar in den abgelegenen Bergdörfern und versteckten Fischerdörfern. Sie unterscheiden sich in vielen äußeren Merkmalen von den Spaniern: die Männer haben einen muskulösen und kräftigen Körperbau und einige von ihnen überraschenderweise blonde Haare und blaue Augen. Sie bezeichnet man auch gerne als die freundlichsten Menschen auf Gran Canaria. Ihre Herkunft ist jedoch bis zum heutigen Tage noch nicht geklärt. Sie zählen jedoch zu den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, zu den Guanchen, die vielleicht von Nordafrika auf die Inseln kamen. Doch warum waren und sind sie noch heute blond? Vielleicht wird dieses Geheimnis nie gelüftet.


Vom Zuckerrohr zum Tourismus

Gran Canaria wurde bereits Ende des 15. Jahrhunderts unter den Königstreuen der spanischen Krone aufgeteilt. Rücksichtslos wurden ganze Landstriche gerodet und die Ureinwohner in die Berge vertrieben, um Zuckerrohr anzubauen. Nach den Ebenen folgte das gleiche Spiel mit der Abholzung der üppigen Waldgebiete, auch um Baumaterial für Schiffe und Häuser zu bekommen. Wie viele Guanchen von den Spaniern getötet wurden ist noch ein großes Geheimnis. Die Eroberung der so genannten Neuen Welt war für die Kanarischen Inseln auch eine wirtschaftliche Katastrophe.

Als Spanien die Karibischen Inseln besetzte, erkannte man schnell, dass der Zuckerrohranbau hier die besseren klimatischen Bedingungen hatte und vor allem Sklaven in Millionenzahlen ausgebeutet werden konnten. Die spanische Krone und auch die katholische Kirche profitierten in hohem Maße von der profitablen Ausbeutung der Sklaven, die außer einem kümmerlichen Essen keine Entlohnung bekamen. Wer sich auflehnte wurde von den spanischen Soldaten umgehend hingerichtet. Die Eroberung der Karibik war das Ende des Zuckerrohranbaus auf Gran Canaria.


Auf den Spuren von Kolumbus

Und ein Seefahrer machte für die spanische Krone den Weg in die Neue Welt frei: Christoph Kolumbus. Im Jahre 1492 machte er auf Gran Canaria Halt, um seine Flotte auszubauen und Indien zu entdecken. Den Rest der Geschichte kennt jeder, er entdeckte Amerika und die Karibischen Inseln. Ihm schlossen sich unzählige� Seefahrer an, und für alle war Gran Canaria und Las Palmas Ausgangsstation für ihre Reisen in die Neue Welt. Dies hat sich bis zum heutigen Tage nicht geändert, allerdings sind es heute keine Eroberer mehr, sondern Sportsegler, die den Atlantik überqueren möchten.


Neue Produkte

Nach dem gescheiterten Zuckerrohranbau versuchte man sich im wirtschaftlichen Anbau von Malvasia-Wein, der quer durch Europa einen wahren Siegeszug antrat. Doch auch sein Ende nahte, und zwar durch Schädlinge wie Mehltau oder die gefürchtete Reblaus. Dann versuchte man sich im großflächigen Anbau von Bananen und Tomaten, aber ohne den erhofften wirtschaftlichen Erfolg. Das Ergebnis des wirtschaftlichen Niedergangs Gran Canarias und der restliche� Kanarischen Inseln war die große Auswanderungswelle kanarischer Männer nach Südamerika, vor allem nach Venezuela. Nur so konnten viele Familien überhaupt überleben.

Die Wende kam mit der Einführung einer Freihandelszone für alle kanarischen Inseln im Jahre 1852. Ab 1883 begann der stetige Ausbau des Hafens von Las Palmas. Doch der ganz große Umschwung kam erst mit dem Massentourismus in den 1960er-Jahren, das heißt mit dem Bau eines großen Flughafens und der Schaffung einer touristischen Infrastruktur. Jetzt kamen die Auswanderer wieder zurück zu ihren Familien. Es gab mehr als genug Arbeitsplätze vor allem im Baugewerbe.


Der Tourismus

Die ersten Touristen waren, wie auf den Balearen, die Engländer, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts Las Palmas als Urlaubsort entdeckten. Mit dem Aufkommen des Massentourismus in den 1960er-Jahren entstand dann Bedarf an großer Bettenkapazität. Der zum Teil unkontrollierte Bauboom veränderte vor allem die Gebiete der bislang unberührten Strände im Süden. Ähnlich wie auf Mallorca hat man auch auf Gran Canaria die Bausünden vergangener Jahre erkannt und den Bauboom praktisch von heute auf morgen gestoppt. Sanftes Bauen und sanfter Tourismus haben auf Gran Canaria Einzug gehalten.


Gran Canaria individuell

Die schönste Art Gran Canaria zu erleben kann man am besten als Individualtourist. Man widmet sich den herrlichen Regionen der Insel in ihrer Mitte und macht hin und wieder eine Badeausflug an die tollen Strände – in der Regel ist es umgekehrt. Unterkünfte auf dem Land und kleineren Städtchen haben sind zwar immer noch knapp bemessen, doch ihre Zahl ist im Steigen begriffen. Und so kann man mit einem Billigflieger anreisen, sich am Flughafen ein Auto mieten und ohne Vorgaben sein Feriendomizil erreichen und entdecken.


Die neue Küche Gran Canarias

Eine große Veränderung hat auch das kulinarische Gran Canaria vorzuweisen. Die oft eintönigen stets gegrillten oder auf der Platte gebratenen Gerichte gibt es zwar immer noch, doch die Alternativen sind heutzutage in großer Zahl vorhanden. Man bemüht sich, aus dem wunderbaren einheimischen Gemüse leicht und köstlich schmeckende Gerichte zu servieren ohne auf die traditionellen Gerichte zu verzichten, die heute von exzellenter Qualität sind.

Wurden vor einigen Jahren Fische aus fernen Ländern importiert, ist es heute eher die Regel mit dem auszukommen, was die einheimischen Fischer gefangen haben. Ausnahmen bilden natürlich die Hotels an den Stränden, denn so viel Fisch wie hier benötigt wird, kann in den zum Teil überfischten Gebieten gar nicht gefangen werden. Doch wer in eines der kleinen Fischerdörfer fährt, der wird mit herrlichen Atlantik-Fischgerichten verwöhnt: immer frisch und in der Zubereitung immer wieder überraschend.


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