Teneriffa, Mikrokosmos als Urlaubsparadies – eine Einführung

So ganz sicher ist es nicht, woher der Name Teneriffa kommt. Bedeutet Teneriffa „schneebedeckter Berg“, da die Guanchen, Teneriffas Ureinwohner, die Insel „Chenerfe“, weißer Berg, nannten? Oder erhielt sie diesen Namen erst durch den mächtigsten Guanchenhäuptling „Tinerfe“, der im 15. Jahrhundert lebte? Gilt „schneebedeckter Berg“, dann beschreibt der Name das, was die Urlauber oft schon aus dem Flugzeug heraus zu sehen bekommen: den schneebedeckten Gipfel des 3718 Meter hohen Teide, der höchste Berg Spaniens.
Teneriffa, dieser kleine Mikrokosmos mitten im Atlantik, eine Insel, die alleine durch ihre spannende Geschichte, ihrer unglaublichen Vielfalt der Natur, ihrem wunderbaren Klima und Stränden, die Unterhaltung, aber auch Erholung vom Feinstem bieten.


Die Insel entdecken – ein Muss im Urlaub

Die Insel zu erkunden ist Erlebnis und auch Abenteuer, ganz egal, ob man mit dem Bus, dem Bike, zu Fuß oder bequem mit dem Mietwagen auf Entdeckungstour geht. Man entdeckt Wälder, alpine Landschaften, bizarre Lava-Landschaften, vielfältige Vegetation, spektakuläre Steilküsten, romantische Dörfer, idyllische Fischerorte und vor allem die freundlichen, hilfsbereiten Einwohner. Man sieht aber auch noch viel von der Geschichte der Insel: von den Guanchen, den Karthagern, den spanischen Eroberern, Schutzbauten gegen Piraten und Erinnerungen an Alexander von Humboldt und Thor Heyerdahl.
Teneriffa, Mini-Kontinent mit zwei Klima- und Vegetationsregionen, die durch den Teide getrennt werden. Um ihn herum eine „Mondlandschaft“ mit allergeringster Vegetation aus tief schwarzer Lava, leuchtend gelbem Sand und Spuren einstiger Magmaströme.


Auferstanden aus Vulkanen

Die Kanarischen Inseln, das sind sieben Inseln: Fuerteventura, Lanzarote, Gran Canaria, El Hierro, La Gomera, La Palma und Teneriffa. Teneriffa ist mit 2057 Quadratkilometern die größte Insel des Archipels.
Teneriffa wurde etwa zehn Millionen Jahren „geboren“. Man vermutet, dass das Tenogebirge, das Anagagebirge und die Berge um Adeje einstmals drei Inseln waren, die erst durch einen gigantischen Vulkanausbruch zu einer Insel wurden.
Der Ur-Vulkan, so schätzen Wissenschaftler, soll 6000 Meter hoch gewesen sein. Seine eigenen Ausbrüche reduzierten seine Größe erheblich. Man vermutet, dass ein großer Teil eines gewaltigen Hanges am Vulkan in Richtung Meer rutschte und so das Orotavatal entstand, das deshalb bis heute den fruchtbarsten Boden der Insel vorweisen kann. Und so soll auch der größte Einsturzkrater der Welt, die Caldera, entstanden sein: Mit einem Durchmesser von 16 Kilometern und Kraterwänden, die bis zu 500 Metern weit aufragen.
Vor etwa 500.000 Jahren erst entstanden der „Pico Viejo“ und der „Pico del Teide“. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es neben dem Teide noch weitere aktive Vulkane auf Teneriffa gibt, die Vulkanologen als erheblich gefährlicher einstufen. Und sie rechnen mit einem einem Ausbruch gar in absehbarer Zeit, da der letzte Ausbruch, am „Chinyero“ bei Santiago del Teide, bereits im Jahre 1909 erfolgte. Ihre Berechnungen besagen aber auch, dass ein neuerlicher Ausbruch keine Gefahr für die Menschen bedeuten würde.
Auf Teneriffa lebt man mit dem Feuer, das unter der Erdoberfläche brodelt, aber die Menschen sehen dies kaum als Bedrohung an. Im Gegenteil, dem Vulkanismus verdankt die Insel alles.


Die Guanchen – noch immer sagenumwoben

Wer sie waren, das ist erforscht, woher sie aber kamen, das weiß man bis heute noch nicht. Es wird vermutet, das sie von Berberstämmen aus Nordafrika abstammen, die sich im 3. Jahrhundert vor Christus auf Teneriffa ansiedelten. Doch diese These ist schon deshalb umstritten, da die Guanchen nachweislich groß und blond waren, aber auch blaue Augen hatten. So ist die Herkunft der Guanchen noch immer ein ungelöstes Rätsel. Stauen bedeutender Guanchenkönige sind heute noch in Adeje und in Candelaria zu sehen.
Im Jahre 1496 wurde Teneriffa nach brutalen und blutigen Schlachten durch die Spanier erobert, nachdem die Guanchen bereits Jahre vorher alle Angriffe abwehren konnten. Die Guanchen, die dieses Gemetzel 1496 überlebten, wurden versklavt und brutal durch die spanischen Feudalherren unterdrückt.
Die Guanchen lebten in zum Teil natürlichen Höhlen, sie schlugen aber auch mit ihren jungsteinzeitlichen Werkzeugen Höhlen in die Felsen. Sie lebten vor allem von ihren Ziegen und Schafen, die ihnen das Essen und das Trinken lieferten, aber deren Felle auch als Kleidung dienten. Sie glaubten an ihre eigenen Götter, und brach einmal ein Vulkan auf dem Teide aus, dann war dies der Zorn des Gottes Guayote. Das Oberhaupt der Guanchen war der König, der „Mencey“.


Die rätselhaften „Pirámides de Güímar“

Aus der Guanchenzeit stammen auch sechs Pyramiden, die die Spanier bis zum Jahre 1991für einfache Steinhaufen gehalten hatten. Spanische Archäologen meinten, es wären Steine, die die Bauern von den Feldern gesammelt hätten. Doch niemand von ihnen hatte den bekannten Forscher Thor Heyerdahl auf der Rechnung, der diese Steinhaufen völlig anders deutete. So soll die Anordnung der Pyramiden und das Gelände selbst darauf hinweisen, dass die Steinhaufen Teil einer astronomischen Anlage waren. Tatsächlich, das hat Thor Heyerdahl bewiesen, gibt es frappierende Ähnlichkeiten zu den Pyramiden in Ägypten und Mexiko. Wäre dem so, dann müsste die Geschichte von der Entdeckung Amerikas neu geschrieben werden. Leider starb Thor Heyerdahl, bevor er die endgültigen Beweise vorlegen konnte. Und andere Wissenschaftler wagen sich an Heyerdahls Theorien nicht heran.


Teneriffas Tierwelt

Man sollte es nicht für möglich halten, aber Teneriffa ist Heimat vieler Tiere – zu Lande und zu Wasser. Obwohl noch bis vor etwa zehn Jahren alles, was sich überhaupt bewegte, von den Tinerfeños bejagt wurde. Kaninchen sind heute noch zu einer Rarität in freier Wildbahn geworden, und selbst der auf Teneriffa bräunliche Kanarienvogel kam nicht ungeschoren davon. Es schien so, als gäbe es bald kein nicht-menschliches Lebewesen auf der Insel mehr. Und zu Wasser auch. Wie überall auf der Erde hat die Überfischung des Meeres den Fischbestand radikal reduziert. Dies führte dazu, dass viele Fischer der Insel, ihren Beruf aufgeben mussten, da sie von ihren Erträgen nicht mehr leben konnten.
Unter strengstem Schutz stehen die an der Südküste leben von Grindwal- Kolonien. Man schätzt, dass über 300 Tiere sind. Weiterhin leben zwischen Teneriffa und La Gomera weitere verschiedenste Delphin- und Walarten. Doch ganz in Sicherheit sind diese Tiere noch lange nicht, denn täglich fahren bis 100 Boote bis an die Tiere heran und stören ihren Lebenslauf. Die kanarische Regierung kommt nicht umhin, die Anzahl der Boote zu beschränken.


Verbunden mit sehr viel Tradition: Essen und Trinken

Die typischen Gerichte auf Teneriffa sind einfach, aber doch von einer gewissen Originalität. Etwas aus der Mode gekommen ist ein ehemaliges Grundnahrungsmittel: „Gofio“, das schon die Guanchen kannten. Es ist ein Mehl, das aus gebrannten Mais-, Hirse- oder Weizenkörnern gewonnen wird. Man isst es aus Keramikschalen, die mit Milch und aufgefüllt werden.
„Sancocho“ ist ein mit scharfer Sauce gewürztes Gericht aus Fisch, Hülsenfrüchten oder Kartoffeln. Ziegenfleisch, in einer Gewürztunke mariniert, dann geschmort und mit köstlichen „Papas arrugadas“, diesen runzeligen Kartoffeln, wird gerne aufgetischt. Ein weiteres typisches Gericht sind Kaninchen, noch aus der Zeit stammend, als Teneriffa noch voll von ihnen war, heute kommen sie alle aus Zuchtbetrieben. Und man isst sehr gerne fangfrischen Fisch, in Olivenöl gebraten und anschließend mit der sehr koblauchlastigen Würztunke Mojo serviert. Natürlich wird im Prinzip alles verspeist, was das Meer zu bieten hat. Ein Nachtisch besteht meist aus Früchten oder Süßspeisen: Kuchen, Torten oder Meringen. Traditionell trinkt man zu einem Essen Wein, aber auch Bier wird heute akzeptiert.


Die Handwerkskunst kämpft ums Überleben

Auf Teneriffa wird schon seit längerem gegen die Überschwemmung so genannter handwerklicher Kunst aus dem Fernen Osten und aus Afrika gekämpft. Dies ist wahrlich nicht einfach, aber man hat es geschafft, Teneriffas handwerkliche Traditionen wenigsten in Teilen zu bewahren. In Masca werden noch Hüte und Körbe aus Palmblättern hergestellt, in Icod de los Vinos und in La Guancha werden noch Weidenkörbe geflochten, in Garachico werden noch Reusen hergestellt und lustige Modellschiffe gebaut. In Puerto de la Cruz, Los Realejos und La Orotava stellt man hübsche Stickereien und erstklassige Strickwaren von Hand oder am Webstuhl her. Webstühle im Miniformat, aber auch kleinste Balkone und Schiffe werden in Punta de Hidalgo noch von Hand gefertigt. Taganana ist Zentrum zur Herstellung von Weide- und Schilfrohrkörben.
In der „Casa le los Balcones“ (Haus der Balkone) in La Orotava kann man in einem Handwerkerzentrum vieles von dem genannten anschauen.


Bananen – schrumpelig, aber ein unvergleichlicher Genuss

Herrlich schmecken sie, die kanarischen Bananen. Sie sind klein und süß, mit einem intensiven Geschmack, den man so nirgendwo findet. Ein Teil dieses Geheimnisse liegt darin, dass man Bananen auf den kanarischen Inseln in Ruhe ausreifen lässt und dann erst erntet. Und man kann sie nur hier kaufen und genießen.
Die Arbeit auf einer Bananenplantage zählt zu den schwersten Arbeiten. Eine Staude wiegt bis zu 60 Kilogramm, und ihre Früchte sehen bei weitem nicht so perfekt aus wie die südamerikanischen Bananen – doch der Geschmack entschädigt für die Optik.
Mit ihrem Aussehen und ihrer Größe entsprechen kanarische Bananen nicht der EU-Norm. Deshalb wurde über diese leckeren Früchte ein Exportverbot ausgesprochen. Alles über die kanarischen Bananen erfährt man in den „Jardines del Atlántico“ - etwa vier Kilometer von Playas de las Americas entfernt.


Südamerika auf Teneriffa – der Carnaval

Es ist das größte Spektakel auf Teneriffa, ein Fest für Augen und Ohren. Schon einige Monate vorher wird der Carneval vorbereitet: Man baut über viele Wochen hinweg die Carozas, diese unglaubliche Festwagen und die Murgas, originell verkleidete Spaßmacher, schneidern ihre Kostüme und üben ihre frechen Gesänge.
Höhepunkt eines jeden Carnavals ist der „Desfiles“, der Karnevals-Umzug in der Hauptstadt Santa Cruz. Dann ist die Stadt mit Menschen überfüllt, und viele Tausend Menschen säumen die Straßen. Jede Nacht folgt ein „Mogollón“, es sind die letzten Tänze zu lateinamerikanischen Rhythmen, die aber bis in den frühen Morgen hinein andauern können. Das Ende des Carnavals ist der „Entierro de la Sardina“, die Beerdigung einer riesigen Sardine, die in einem Feuerwerk explodiert.


Wirtschaftliche Entwicklung Teneriffas

Allein die geografische Lage machte Teneriffa zum Drehkreuz des Handels in alle Welt, der sich jedoch ständigen Veränderungen gegenüber sah. Stand zu Beginn des Handels das Zuckerrohr im Vordergrund, war es später auch der Wein. Bedeutend war über Jahre hinweg auch der Export einer Laus, der „Koschinelle“. Mit ihr konnte man den roten Farbstoff erzeugen, der unter anderem auch für Lippenstift benötigt wurde.
Doch der ganze große Aufschwung kam mit Tomaten und Bananen. Zu dieser Zeit war der Handelshafen noch Garachico, aufgrund seines extrem tiefen Hafenbeckens. Dies machte die Stadt reich. Es wurden Straßen aus Marmor gebaut und zahlreiche Herrschaftshäuser errichtet. Es war eine sehr lebhafte Hafenstadt, bis im Jahre 1706 der Vulkan „Trevejo“ 40 tagelang seine Lavaströme über die Stadt ergoss, die auch das Hafenbecken füllten. Dies war das Ende von Garachico als Hafenstadt.


Auswanderungswelle mit vielen Toten

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Läuse-Farbstoff durch Anilinfarben abgelöst wurde, brach bittere Not über die kanarischen Inseln herein. Sehr viele Menschen aus Teneriffa machten sich aus dieser Not heraus auf den Weg nach Südamerika, um dort ihr Glück zu finden.
Ähnlich wie heute die Afrikaner, versuchte man die gefährliche Überfahrt mit zum Teil völlig ungeeigneten Booten. Es gab sehr, sehr viele Tote zu beklagen.


Der Tourismus kommt

Um das Jahr 1960 wurde Teneriffa dann für Massentourismus entdeckt, obwohl es schon Ende des 19. Jahrhunderts vereinzelt vor allem englische Urlauber gab. Begonnen hat der Tourismus so richtig in Puerto de la Cruz, Punta del Hidalgo und in Bajamar. Und man baute den ersten Flughafen im Norden der Insel. Erst seit der Eröffnung des Flughafens „Reina Sofía“ im Süden bei Granadilla de Abona verlagerte sich der Tourismus vor allem an die Costa Adeje. Vorher waren es nur Playa de las Americas und einige kleiner Urbanisationen wie zum Beispiel Ten Bell.
In kürzester Zeit wurden so kleine Fischerdörfer, beispielsweise Los Cristíanos, zu bedeutenden Ferienorten mit der entsprechenden Infrastruktur.


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